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Neuer Weiterbildungsmaster Politisch-Historische Studien an der Universität Bonn
16. September 2016
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„Neues aus der Hitler-Forschung“ – Prof. Dr. Peter Longerich
27. Oktober 2016

Historiker Kino

Informationen zur Veranstaltungsreihe
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Eine ganz neue Reihe der Fachschaft Geschichte, die es zu unterstützen gilt: Das Historiker Kino!

Die Fachschaft zeigt, in Kooperation mit dem Haus der Geschichte in vier Terminen des Wintersemesters 2016/17 sehenswerte historische Filme.

Geschichte in Film und Fernsehen hat Hochkonjunktur. Historische Spielfilme wie beispielsweise „Der Untergang“ (2004), „Das Leben der Anderen“ (2006) oder die Fernsehproduktion „Die Flucht“ (2007) erreichten und faszinierten in Deutschland ein Millionenpublikum, dasselbe gilt für Hollywood-Blockbuster wie „Schindlers Liste“ (1993), „Gladiator“ (2000) oder „Troja“ (2004). Diese Faszination für historische Stoffe, die auf die Leinwand gebannt werden, reicht zurück bis in die Anfangsjahre des Films. „The Birth of a Nation“ (1915) war einer der ersten abendfüllenden Filme mit historischer Handlung. Ebenso erfreuen sich Fernsehformate wie „ZDF History“ oder „N24 History“ dauerhafter Beliebtheit und liegen laut Auskunft des Statistikportals statista in den letzten Jahren bei konstant 13-15% Marktanteil der meistgesehenen Fernsehformate, was ebenfalls ein Millionenpublikum einzelner Sendungen bedeutet. Darüber hinaus werden viele Kinoproduktionen später auch im Fernsehen ausgestrahlt, nicht selten in regelmäßigen Wiederholungen, und erreichen somit neben dem Kinopublikum auch noch das heimische Wohnzimmerpublikum.

Dieses Geschichtserlebnis auf der eigenen Couch dürfte ein fester Bestandteil der alltäglichen Lebenswelt nicht nur in Deutschland sein. Dabei geben sich geschichtliche Spielfilme oft den Anschein, als ob sie historische Realität abbilden könnten. Der Kino- und Fernsehzuschauer wird somit Teilnehmer bzw. Beobachter des historischen Ereignisses, Geschichte ereignet sich vor seinen Augen. Viele Spielfilme verstärken diesen Eindruck noch, indem sie der Filmhandlung eine Einblendung mit dem Hinweis Nach einer wahren Geschichte oder Beruht auf wahren Begebenheiten voranstellen. Dabei muss man sich verdeutlichen, dass kein Spiel- oder Dokumentarfilm exakte historische Realität abzubilden vermag, sondern durch den Einsatz filmtechnischer und audiovisueller Techniken ein Geschichtserlebnis lediglich arrangieren und scheinbar erfahrbar machen. Doch was steckt denn nun tatsächlich hinter den vielen historischen Spiel- und Dokumentarfilmen, die in den Kino- und Fernsehprogrammen laufen?

Wird hier tatsächlich authentische Geschichte dargestellt? Können diese Filme nur unterhalten oder wecken sie darüber hinaus auch das Interesse an historischen Themen und Fragestellungen? Vermitteln sie Wissen über Geschichte und falls ja, welches? Oder nutzen sie nur ein allgemeines und irgendwie diffuses Interesse an der Geschichte, um sich von anderen Filmproduktionen abzuheben?

Das neue Bonner Historikerkino soll genau hier anzusetzen versuchen. In Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland e.V. organisiert die Fachschaftsvertretung am Institut für Geschichtswissenschaft eine Filmreihe mit zunächst vier Terminen für das Wintersemester 2016/17. Dem Publikum sollen am 25. Oktober 2016, 22. November 2016, 13. Dezember 2016 und am 17. Januar 2017 ausgewählte Spielfilme mit historischen Hintergründen und Bezügen präsentiert werden. Zusätzlich wird es einen akademischen Einführungsvortrag in den realhistorischen Kontext der Filmhandlung geben sowie im Anschluss an die jeweilige Vorführung des Films eine moderierte Diskussion.